Projekt Afrikanisches Kulturzentrum

1. Ausgangslage

In der Schweiz leben, arbeiten und wohnen rund 35’O0O Afrikaner und Afrikanerinnen aus
ù ber 50 verschiedenen Làndern. Der grosste Teil lebt seit Jahren in der Schweiz.
Anfang 2003 lebten im Kanton Luzern rund 1’400 Afrikaner und Afrikanerinnen. 660
Personen leben mit einer Jahresaufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung im Kanton
Luzern und 741 Afrikaner und Afrikanerinnen stammen aus dem Asylbereich.

Die Situation der afrikanischen Mânner und Frauen in der Schweiz ist durch eine mehrfache Problematik charakterisiert

• AIs Immigranten und lmmgrantinnen mit Status der Asylsuchen und vorlâufig Aufgenommenen gehôren sie rechtlich und sozial zu den untersten Schichten der schweizerischen Gesellschaft. Der unsichere Aufenthaltsstatus ver- und behindert eine rasche Integration in der Schweiz.

• Drogen, Prostitution, Kriminalitât, Asylmissbrauch und Arbeitslosigkeit sind weit verbreitete Clichés ùber Afrikaner und Afrikanerinnen in der Schweiz. Spezieli fùr Frauen und junge Mânner bedeutet dies ein grosses Problem und sie isolieren sich zunehmend.

• In der von Politik und Medien teilweise undifferenzierten Meinungsmache sind sie diskriminierendem und rassistischen Ubergriffen ausgesetzt.

• Die in den letzten Jahren vermehrt in den Kanton Luzern eingereisten unbegleiteten Jugendlichen sind in einem sensiblen Alter. Sie verfùgen ùber keine familiâre Unterstùtzung und kommen oft aus Kriegsgebieten. Neben pubertâren Schwierigkeiten kommen auch noch migrationbedingte Probleme.

• In Luzern leben auch seit Jahren gut integrierte Afrikaner und Afrikanerinnen. Sie verfùgen intellektuell und kùnstlerisch ùber viele Ressourcen und môchten dieses Potential an Jugendliche weitergeben.


2. Zielsetzung

Schaffung eines Treffpunktes für Afrikaner und Afrikanerinnen
Förderung der Fähigkeit zu Reintegration
Viele Afrikaner und Afrikanerinnen werden in ihre Heimat zurùckkehren (mùssen), wenn sich die politische Lage beruhigt. Um sich in ihrer Heimat wieder zurechtzufinden, ist es wichtig, dass sie ihre Sprache und Kultur gut beherrschen. Bei langjâhrigem Aufenthait in der Schweiz besteht vor allem bei Kindern und Jugendlichen die Gefahr, dass sie ihre Sprache und Kultur verlernen. Der Treffpunkt bietet die Môglichkeit, die angestammte Kultur, Religion und Sprache zu pflegen.


Stärkung der kulturellen Identität
Durch die Stârkung der kulturellen Identitât im Treffpunkt kônnen sich die Afrikaner und
Afrikanerinnen in der Schweiz lângerfristig besser zurechtfinden. Sie trâgt dazu bei, dass
die Verstândigung zwischen Eltern und Kindern erhalten bleibt und innerfamiliâre
Spannungen abgebaut werden kônnen.

Förderung der Fahigkeit zur Selbsthilfe
Der Betrieb des Treffpunktes wird in erster Linie durch afrikanische Mânner und Frauen
organisiert. Sie sollen die Bedûrînisse ihrer Landsleute wahrnehmen und entsprechende
Angebote im Treffpunkt anbieten.

Sinnvolîe Freizeitgestaltung
Der Treffpunkt leistet einen Beitrag gegen die Isolation. Vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen kann gewissen Verwahrlosungserscheinungen entgegengewirkt werden.

Vermittlung Von Informationen
Die Afrikaner und Afrikanerinnen erhalten im Treffpunkt Informationen bezùglich rechtlichen Fragen und Alltagsfragen, damit sie sich in der Schweiz besser zurechtfinden.

Förderung des Dialogs und Abbau von Vorurteilen
Mit dem Treffpunkt soîl ein Instrument zu einem strukturierten und regelmâssigen Dialog ùber anstehende lntegratlonsprobleme geschaffen werden. Dabei spielt der Kontakt mit Schweizer Gesprâchspartnerînnen eine wichtige Rolle. Das Proiekt soîl dazu beitragen, dass sich die Schweizer Offentlichkeit ein differenziertes Bild aller Seiten des afrikanischer Kontinents bilden kann.


3. Konzept

3.1 Inhaltîiche Schwerpunkte

Schule und Bildung
Heimatsprachunterricht fùr Kinder und Jugendliehe
Nachhilfeunterricht
Bei Bedarf Kurse in versehiedenen afrikanischen Sprachen

Kultur
Die kulturelle Vielfaît des afrikanischen Kontinentes wird in Kursen angeboten
Musik: Tanzkurse, Dichtervortrâge, Gruppenkonzerte
Ausstellungen bildender Kûnstler und Kûnstlerinnen aus Afrika
Bibliothek fûr afrikanische Literatur, Zeitschriften und Zeitungen

Soziale Informationen
Grundinformationen ùber Gesundheitswesen, Wohnen , Arbeit Schule, Familienplanung und Erziehung und die politische Situation in der Schweiz sollen den Jugendlichen und Eltern vermitteit werden. Je nach Themenbereich werden Fachpersonen aus Afrika und der Schweiz beigezogen.
Durch die Anwesenheit von kompetenten Fachpersonen besteht die Môglichkeit, sich mit personlichen Fragen auseinander zusetzen. Die Kursleitung kann ein Vertrauensverhàltnis aufbauen und somit nùtzliche Informationen an die Teilnehmenden vermitteln und u einem Erfahrungsaustausch beitragen, damit sich die Afrikaner und Afrikanerinnen moralisch unterstùtzen kônnen und konkrete Hilfen bei Problemlôsungen leisten kônnen.

 

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